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Ratgeber · Juli 2026

Taxi auf Rezept: Wer bekommt Krankenfahrten verschrieben?

Von der Fahrdienst-Redaktion Taxi Masha, Holzminden · zuletzt geprüft Juli 2026

Viele kennen es als „Taxi auf Rezept": Der Arzt verschreibt eine Fahrt, die Krankenkasse zahlt, das Taxi fährt. Der Begriff ist eingängig, aber streng genommen falsch — ein Rezept ist etwas anderes.

Offiziell heißt die Leistung Krankenfahrt, und die Grundlage ist keine Verschreibung, sondern eine ärztliche Verordnung einer Krankenbeförderung auf dem Formular Muster 4. Umgangssprachlich sagen viele auch Taxischein.

Wer bekommt eine Krankenfahrt verordnet?

Verordnet wird, wenn Sie aus zwingenden medizinischen Gründen weder selbst fahren noch öffentliche Verkehrsmittel nutzen können. Typische Fälle:

  • Regelmäßige Behandlungen wie Dialyse, Chemo- oder Strahlentherapie
  • Fahrten ins Krankenhaus zur stationären Aufnahme oder nach der Entlassung
  • Ambulante Operationen samt Vor- und Nachterminen
  • Merkzeichen aG, Bl oder H im Schwerbehindertenausweis
  • Pflegegrad 4 oder 5 — oder Pflegegrad 3 zusammen mit einer dauerhaften Beeinträchtigung der Mobilität

Beim letzten Punkt wird häufig zu viel hineingelesen. Pflegegrad 3 allein genügt nicht, es muss die dauerhafte Mobilitätseinschränkung dazukommen. Was die Kassen als Nachweis akzeptieren, steht im Ratgeber zu Pflegegrad und Merkzeichen.

So kommen Sie an die Verordnung

Sprechen Sie Ihre Arztpraxis an. Ist die Fahrt medizinisch notwendig, stellt sie den Transportschein aus. Bei Behandlungsserien genügt eine Serienverordnung für alle Termine.

Fragen Sie möglichst früh danach, am besten schon bei der Terminvereinbarung. Bei ambulanten Behandlungen muss die Kasse vor der ersten Fahrt zustimmen — nachträglich wird es schwierig. Was auf dem Formular stehen muss, erklärt der Ratgeber zum Taxischein.

Was zahlt die Kasse, was zahlen Sie?

Die Kasse übernimmt die Fahrtkosten. Für Sie bleibt die gesetzliche Zuzahlung: 10 Prozent des Fahrpreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Fahrt, nie mehr als die Fahrt tatsächlich kostet.

Der Betrag gilt je Fahrt, Hin- und Rückweg zählen getrennt. Wer im Jahr über die Belastungsgrenze kommt, wird für den Rest des Kalenderjahres befreit. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber zur Zuzahlung.

Und dann?

Anrufen und den Termin nennen. Wir prüfen die Verordnung, klären bei Bedarf die Genehmigung mit Ihrer Kasse und rechnen direkt ab. Sie strecken nichts vor.

Im gesamten Landkreis Holzminden holen wir Sie zu Hause ab und bringen Sie zurück. Was das im Einzelnen bedeutet, steht im Ratgeber Krankenfahrt in Holzminden.

Häufige Fragen

Gibt es wirklich ein Taxi auf Rezept?
Die Leistung gibt es, der Name ist nur ungenau. Offiziell handelt es sich um eine Krankenfahrt auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung einer Krankenbeförderung, Formular Muster 4. Umgangssprachlich sind auch Taxischein und Transportschein gebräuchlich.
Wer hat Anspruch auf ein Taxi auf Rezept?
Wer aus zwingenden medizinischen Gründen weder selbst fahren noch öffentliche Verkehrsmittel nutzen kann und eine ärztliche Verordnung erhält. Bei Fahrten zu ambulanten Behandlungen ist zusätzlich die vorherige Genehmigung der Krankenkasse nötig.
Reicht ein Pflegegrad für das Taxi auf Rezept?
Bei Pflegegrad 4 und 5 gilt die Genehmigung mit der Verordnung automatisch als erteilt, ebenso bei den Merkzeichen aG, Bl oder H. Pflegegrad 3 reicht nur zusammen mit einer dauerhaften Beeinträchtigung der Mobilität.
Kann ich das Taxi auf Rezept selbst bestellen?
Ja, Sie wählen den Fahrdienst selbst. Was Sie nicht bestimmen können, ist das Beförderungsmittel: Ob Taxi, Mietwagen oder Krankentransportwagen nötig ist, trägt der Arzt auf dem Transportschein ein.

Noch Fragen? Wir helfen persönlich.

Rufen Sie einfach an — Sie sprechen direkt mit uns, keine Hotline.

Quellen

Dieser Beitrag erklärt die allgemeine Rechtslage und ersetzt keine Auskunft Ihrer Krankenkasse zum Einzelfall.

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